Scharfes Kochen
In dieser Geschmacksfrage scheiden sich die Geister (und Kochgeister): was ist schön scharf, schlicht scharf und was ist zu scharf? Versammelt man drei Menschen an einem Esstisch, so wird man vermutlich drei verschiedene Meinungen zu dieser Geschmacksfrage hören. Während der eine bereits zum Pfefferstreuer greift, um dem Essen noch ein wenig mehr Würze und Schärfe zu verleihen, fächert sich der andere den Mund und greift zum Wasserglas. Für den Dritten hingegen ist das Gericht optimal gewürzt und er freut sich über die leichte Schärfe im Abgang Scharfes Essen ist zunächst einmal nicht ungesund. Wer keinen empfindlichen Magen hat, der kann ruhig zuschlagen. Schärfe in der Küche erreicht der Koch vor allem durch die folgenden fünf Zutaten: Chilis, Pfeffer, Senf, Knoblauch und Ingwer. Das schärfste Gewürz sind die Chilis, die sich nochmals in verschiedene Schärfegrade unterscheiden lassen, denn je nach Sorte, Reife und Zubereitung entfalten sie eine ganz spezifische Schärfe. Die Schärfe eines Gerichts hängt übrigens auch mit der Wärme einer Speise zusammen: je heißer die Suppe, desto schärfer ist sie auch. Für das Kochen gelten bestimmte Regeln im Umgang mit den scharfen Gewürzen. So sollten bei der Zubereitung von frischen Chilis möglichst Schutzhandschuhe getragen werden, die Hände aber zumindest nach der Verarbeitung gründlich gewaschen werden. Vorsicht hierbei: Nur Wasser ist nicht genug, es sollte ein fettlösliches Reinigungsmittel sein. Kontakt mit der Haut sollte unbedingt vermieden werden. Wer diese Sicherheitsmaßnahmen beherzigt, kann sich dem Würzen nach Herzenslust hingeben. Vor allem Gerichte aus der asiatischen Küche erhalten durch die Schärfe ihren ganz gewissen Reiz. Wenn Gäste erwartet werden, deren Geschmack in Sachen Schärfe unbekannt ist, empfiehlt es sich, Raum zum Nachwürzen zu lassen. Wer in der Küche beim Würzen etwas zurückhaltender ist und dafür auf dem Tisch die nötigen Gewürze bereithält, kann nichts falsch machen. Aber was, wenn einem der Pfefferstreuer doch einmal in den Kochtopf gefallen ist? Um das Gericht zu retten, sollte man auf Joghurt, Milch, Schmand oder Sahne zurückgreifen. Dasselbe gilt auch, wenn die Schärfe bereits auf der Zunge gelandet ist. Ein Löffel Joghurt mildert die Auswirkungen und beruhigt den gereizten Rachenraum. Und auch ein Stück Brot kann helfen, wenn es doch mal zu scharf geworden ist.